Antisemitische Hass-Metaphorik

Die emotionale Dimension aktueller Judenfeindschaft

 

Monika Schwarz-Friesel | INTERVENTIONEN – Zeitschrift für Verantwortungspädagogik | Ausgabe 6/2015

 

„Der Hass aller Menschen ist euch gewiss!“

E-Mail an den Zentralrat der Juden in Deutschland (ZJD), 2009

 

Die lange Tradition der sprachlichen Entwertung und Ausgrenzung. Entwürdigende Sprache als Wegbereiter und Vorstufe entmenschlichten Handelns. […]

 

Antisemitischer Hass: ein kulturhistorisches Phänomen

Zwischen Sprache und Judenfeindschaft besteht seit 2000 Jahren eine untrennbare Symbiose: Gewalt gegenüber Juden wurde stets nicht nur physisch, sondern auch mental als verbale Stigmatisierung und Diskriminierung ausgeübt. Die lange Tradition der sprachlichen Entwertung und Ausgrenzung zeigt sich in zahlreichen historischen Beispielen – über die Jahrhunderte hinweg. Trotz wechselnder sozialer, ökonomischer und politischer Konstellationen werden Juden und Judentum als „Feinde aller Menschen“ (Paulus; 1 Thess 2,15) und als „Teuffel“ (Luther 1543: 371) dämonisiert, mittels Krankheits- und Unrats-Metaphorik – „wie der Krebs“ (Rechtanus 1606: 91), „Völkerkrankheit“ (Fries 1816: 10/16) „Haufen der Juden … im Kote …“ (Hegel 1800: 312) – dehumanisiert und drastisch entwertet. Die (repräsentativen historischen) Beispiele zeigen auch, dass die Verfasser judenfeindlicher Texte durchweg gebildete und zum Teil hochgebildete und dem neuzeitlichen Denken aufgeschlossene und liberale Personen waren (siehe hierzu auch Friesel 2013 und Schwarz-Friesel 2015a und c). Dies ist nur dadurch zu erklären, dass judeophobes Denken und Fühlen tief und untrennbar verwurzelt im abendländischen Gedanken- und Kulturgut ist, ungebrochen durch Aufklärung und neuzeitliche Emanzipationstendenzen, und in seiner Tradition auch nicht vollständig und flächendeckend gebrochen durch die Erfahrung des Holocaust (zur kulturhistorischen Verankerung siehe Schwarz-Friesel/Reinharz 2013:   57–105, sowie Nirenberg 2013).

Kulturhistorisch betrachtet ist Judenfeindschaft ein auf Stereotypen basierendes Weltdeutungssystem, wobei die Stereotype reine Fantasiekonstrukte sind, also nicht (wie dies der Fall bei allgemeinen Vorurteilssystemen ist, zu denen der Antisemitismus nicht gehört) auf Übergeneralisierungen basieren, sondern auf Konstrukten bar jeder Realität. In diesem Glaubenssystem sind Juden als die ultimativ anderen (und prinzipiell Schlechten) konzeptualisiert, als Gegenentwurf zur eigenen und universellen menschlichen Existenz werden Juden als „die Feinde der Menschheit“ empfunden. Diese absolute Entwertung durch das Das-Böse-in-der-Welt-Konzept führte im Laufe der Jahrhunderte zu Pogromen und in der NS-Zeit zur radikalen Umsetzung der judeophoben (Er-)Lösungs- und Rechtfertigungsideologie, wie sie in den Reden Himmlers deutlich und unzweideutig zum Ausdruck kommen:

„die Ausrottung des jüdischen Volkes […]. Dies ist ein […] Ruhmesblatt unserer Geschichte […]. Wir hatten das moralische Recht, wir hatten die Pflicht …, dieses Volk […] umzubringen.“ (Himmler, 4. Oktober 1943)

Bis zum heutigen Tag finden sich solche Überlegungen in den Texten moderner Antisemiten, wie einige Beispiele zeigen:

„Weltenübel“, „das Schlimmste, was Gott der Menschheit angetan hat“, „übelster Unrat“, „Abschaum der Erde“, „…stören den Weltfrieden“, „Fäulniserscheinungen“, „müssen ausgemerzt werden“, „Hoffentlich werden alle Juden mal von der Welt verschwunden sein, dann haben wir Ruhe“, „Ohne Juden ist die Welt ein besserer Ort!“, „Frieden auf der Welt: nur ohne die Juden!!!!!!“

Diese Äußerungen stammen aus dem E-Mail- und Internet-Korpus, einem Subkorpus der Jahre 2012 bis 2015.

 

Die judeophobe Konzeptualisierung im Spiegel der Sprache: Antisemitismus ist kein Vorurteil, sondern ein Kultur- und Gefühlswert

Durch diese Äußerungen wird transparent, dass nicht einzelne Merkmale oder Handlungen von Juden als bedrohlich oder schlecht eingestuft werden, sondern die gesamte jüdische Existenz als ein Frevel in der Welt angesehen wird, der ausgemerzt werden sollte. Entsprechend übertrugen Adorno und Horkheimer (1944) die Vorstellung des „auserwählten Volkes – negativ gedeutet – auf die antisemitische Einstellungswelt: „Die Juden … Sie werden … als das absolut Böse gebrandmarkt. So sind sie in der Tat das auserwählte Volk.“

Gleichermaßen treffend ist Adornos Beschreibung vom Antisemitismus als dem „Gerücht über die Juden“, legt diese doch den Fokus auf die verbale und kommunikative Tradierung der Judenfeindschaft in allen sozialen Diskursen. Das „Konzept Jude“ ist ein Abstraktum, ein Konstrukt ohne empirische Basis, doch seine kommunikative Präsenz ist allgegenwärtig: „Ich kenne persönlich keinen einzigen Menschen aus Israel oder jüdischen Glaubens, aber ich hasse Sie, weil Sie so grausam mit den armen Palästinensern umgehen.“ [ZJD_Gaza2009_66/816_Her]

Das Gerücht über die Juden wird tradiert und artikuliert, und die Bereitschaft, ohne jeden Zweifel bloß sekundäre Erfahrungsinhalte und Gefühlswerte zu glauben und zu verbalisieren, lässt sich weder durch Fakten noch Argumente erschüttern. Judenfeindliches Gedankengut ist in allen wesentlichen Schriften des Abendlandes auf die eine oder andere Weise kodiert, im kollektiven Bewusstsein (durch Stereotype) und im kommunikativen Gedächtnis (durch kontinuierlich reproduzierte Sprachgebrauchsmuster) verankert.

Aus unserer heutigen Perspektive ist Judenfeindschaft (durch das Post-Holocaust-Bewusstsein geprägt) ein negativer Kultur- und Gefühlswert: Bis 1945 wurde an diesem stabilen „Wert“ nicht gerüttelt, nicht gezweifelt (siehe hierzu Schwarz-Friesel 2015a). Im „kulturellen Genom“ ist das judeophobe Gefühl völlig normal, ist ichsyston für die Individuen, aber auch wirsynton für die Gesellschaft, ein habitualisierter Baustein von kognitiven und affektiven Prozessen.

Will man Antisemitismus ernsthaft und wirkungsvoll bekämpfen, muss genau diese oft nicht bewusste und oft nicht kritisch reflektierte kollektive kulturelle Verankerung des judenfeindlichen Gefühlswertes beachtet und bei der pädagogischen Aufklärungsarbeit integriert werden. Dies setzt voraus, dass man sich von der Vorstellung löst, Antisemitismus sei im Rahmen der allgemeinen Vorurteilsforschung zu verankern. Antisemitismus ist weder ein Vorurteil noch eine Form der allgemeinen Menschenfeindlichkeit, sondern unikal und als „Kultur- gut“ integraler Bestandteil des kollektiven Bewusstseins der abendländisch geprägten Gesellschaften. Daher ist Judenfeindschaft auch nicht eine bestimmte Ideologie (siehe zu dieser Diskussion auch Claussen 2011), speist aber ganz maßgeblich verschiedene Ideologien, gibt ihnen konzeptuelle Basisbestandteile.

 

Gewalt der Sprache als Gewalt durch Sprache: judeophobe Semantik im aktuellen Kommunikationsraum

Verbal-Antisemitismus (VA) umfasst alle Äußerungen, mittels derer Juden direkt oder indirekt, intentional und nicht intentional über Stereotypzuweisungen kollektiv als Juden entwertet, stigmatisiert, diskriminiert und diffamiert werden. Diesen Kodierungsformen kommt eine Schlüsselrolle beim Erhalt und der Tradierung judeophober Stereotype im kommunikativen Gedächtnis und kollektiven Bewusstsein zu. Ihre Brisanz, ihr meinungsbildendes und einstellungsbestimmendes Potenzial ergeben sich aus der Semantik von Abgrenzung sowie Stereotyp-Fixierung (allgemeinen Mustern der Diskriminierung, siehe zum Beispiel Graumann 1998), die in Verbindung mit der absoluten Entwertung durch die Konzeptualisierung „Das Böse in der Welt“ eine unikale Spezifik erhalten. Äußerungen, die diese judeophobe Semantik vermitteln, sind eine Form von Gewaltausübung, eine Form der mentalen Gewalt gegenüber Juden. Diese sollte keineswegs als weniger gefährlich eingestuft werden als die physische Gewalt: Es ist die geistige und emotionale Einstellung, die dazu führt, dass Gewalt auch als nonverbale Handlung Realisierung findet.

Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Situation, sprechen die verbalen Manifestationen des Antisemitismus eine „klare Sprache“: „Jude, Jude, feiges Schwein!“ (Berlin), „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“ (Gelsenkirchen), „Scheiß Juden!“ (Leipzig), „Stoppt den Judenterror!“ (Essen) waren Slogans, die im Sommer 2014 auf antiisraelischen Demonstrationen in Deutschland und äquivalent weltweit zu hören und zu lesen waren. Gleichzeitig wurden (und werden) im Internet („Tod den zionistischen Juden!“) sowie in den E-Mails an den Zentralrat „Lösungsvorschläge für das Judenproblem“ unterbreitet, die auch ohne Eskalation im Nahostkonflikt ihre Artikulation finden:

„Herr Schuster, …Verschwinden Sie und alle Juden sofort …Verschwindet endlich elendes Judenpack!!!“ [Brief an den ZJD, 12. Mai 2015]

Prägend und typisch für den aktuellen Antisemitismus ist, dass empirisch nachweisbar eine Zunahme und semantische Radikalisierung von Verbal-Antisemitismen in der Manifestation des israelbezogenen Judenhasses zu beobachten ist und zugleich die Tendenz, eben diese Judenfeindschaft zu leugnen oder zu relativieren, zunimmt (siehe Schwarz-Friesel 2015b, c). Auch dieses Phänomen ist emotional gesteuert: Wider alle Fakten und gegen die Realität zu argumentieren, entspringt (insbesondere bei gebildeten und nicht rechts eingestellten Personen) dem Bedürfnis, das dem Nach-Holocaust-Bewusstsein schwer Vorstellbare zu verdrängen. Das affektiv gesteuerte Wunschbild eines geläuterten Deutschlands soll unbedingt aufrechterhalten bleiben. Hierzu passen die Befunde der Forschung nicht, die belegen, dass Antisemitismus trotz aller Aufklärungsbemühungen noch immer in Teilen auch der gebildeten und nicht radikalen Gesellschaft vorhanden ist. Zudem fehlt oft die Bereitschaft, sich dem eigenen Ressentiment zu stellen, da eine judeophobe Einstellung nicht zum Selbstkonzept dieser Menschen passt.

 

Manifestation von Emotionen in antisemitischen Texten

Bei der Analyse antisemitischer Texte ist die Erfassung des Emotionspotenzials, also des verbalen Ausdrucks von Emotionen, relevant (siehe ausführlich Schwarz-Friesel 22013c: 212 ff). Zudem ist es aufschlussreich, sich den Einfluss von Emotionen auf kognitive Prozesse anzusehen (Kohärenzbrüche, Widersprüche in Texten usw.) und aufgrund der Textstruktur zu rekonstruieren, wie Emotionen im Antisemitismus erfahren und verarbeitet werden und inwieweit die Leugnung und Abwehr des eigenen Judenhasses die Unfähigkeit widerspiegelt, rational darauf zu reagieren.

Um diese Phänomene besser zu verstehen, ist eine (sehr kurze) Darlegung notwendig, was Emotionen sind: Emotionen sind sowohl individuelle als auch kulturelle Kenntnis- und Bewertungssysteme, die die Gefühle, Gedanken und Handlungen von Menschen entscheidend prägen. Kognition und Emotion befinden sich in einer ständigen Interaktion. Der für die Judenfeindschaft als Basisemotion fungierende Hass ist eine stabile Negativ-Emotion mit dauerhaftem Intensitätsniveau (siehe auch Haubl/Caysa und Schwarz-Friesel 2013a), wobei zwischen einem affektiven und einem rationalen Hass („hot and cold hatred“; siehe Schaefer 2003) zu unterscheiden ist. Diese beiden Modi des Erlebens und Verhaltens basieren auf Hass, manifestieren sich aber unterschiedlich (siehe die nachfolgenden Analysen). Relevant ist auch, ob es sich um einen ichsyntonen (von der Person als normal, berechtigt und ichkompatibel empfundenen) oder einen ichdystonen (als nicht ichkompatibel und befremdlich empfundenen) Hass handelt.

Das Emotionspotenzial von antisemitischen Texten ist generell hoch (siehe Schwarz-Friesel/Reinharz 2013: 263 ff); die explizite Nennung von Hassgefühlen oft gegeben:

„Schämt Euch, Ihr Juden und Israelis. … Ich hasse Euch.“ [IBD_00.00.2006_ano_022; per E-Mail]

 

„ich kann nicht beschreiben was ich für einen hass für euer land empfinde.“ [IBD_13.07.2006_ano_003; per E-Mail]

 

„Der Hass aller mitfühlenden Menschen schlägt Ihnen entgegen!“ [ZJD_Gaza-2009_Sol]

Die entindividualisierten Nominalformen der Hass-Artikulation sind dabei signifikant häufiger anzutreffen: Die persönliche Form des „Ich hasse …“ findet sich nahezu ausschließlich bei Neonazis und Rechtsextremen, während linke und mittige Antisemiten durch die depersonalisierte Kodierungsform „Der Hass der Welt …“ in Distanz zu ihrem eigenen Hassgefühl gehen und dieses als kollektives, normales Empfinden der gesamten Gesellschaft darstellen (auch um sich zu legitimieren). Der Parameter der Intensität wird insbesondere durch die Beschreibung körperlicher Reaktionen in Verbindung mit dem Gefühl des Ekels ausgedrückt:

„Ekelhaft, das Judenpack“ [Postkarte an den ZJD 2003]

 

„Zum Kotzen – mir ist übel! [IBD_ Gaza_2014_Ser_487]

 

„Mir wird schlecht, wenn ich an Juden denke“ [Postkarte an die IBD 2006]

 

„Ich würde mich gern vor Ihrer Botschaft erbrechen.“ [IBD_11.08.2006_Loe_001]

Diese Gefühlsartikulationen gehen einher mit einer Semantik der Dehumanisierung: Juden werden entweder explizit als „Rattenpack“, „Parasiten“, „Ungeziefer-Gesindel“, „Abschaum“ bezeichnet, oder die dehumanisierende Entwertung wird implizit durch Aussagen wie „Sie verhalten sich nicht wie Menschen!“ [IBD_124_ Gaza_2014] vermittelt.

Die hohe Affektivität führt manchmal auch zur Produktion von inkohärenten, elliptischen Texten, die bloße Aneinanderreihungen von wüsten Beschimpfungen sind. Die Obsessivität vieler Schreiber zeigt sich zum einen in der Länge der Schreiben, die zum Teil das Ausmaß wissenschaftlicher Artikel erreichen und von manchen Vielfachschreibern regelmäßig neu verfasst und versendet werden, zum anderen durch die exzessive Verwendung schriftsprachlicher Emphase-Signale sowie lexikalischer Rekurrenzen als Intensivierungsverstärker:

„Pfui!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ [IBB_27.12.2008_Did]

 

„Israel ist der letzte scheiß Staat und was ihr weltweit macht ist scheiße die nach Amerikanischen Waffen stinkt. Ihr seit der letzte Kapitalistische scheißhaufen den ich kenne da allein euer beschissener staat auf einer Lüge und besetzung basiert. IHR seit scheiße. Ich wünsche mir in meinen träumen das euer verdreckter mist Staat in flammen aufgeht wie all eure hässlichen synagogen 1939-1945 in deutschland..[…] ihr beschissene drecksbande […]Ihr,euer staat, ihr seit mörder, kriegstreiber, ihr seit die antisemiten, die faschisten und Nazis. Oh bitte Gott, richte auch über den Mörder Staat ISRAEL [IBD_12.07.2006_ano_002; per E-Mail]

Hinzu kommt die Verbalisierung der eigenen Zwanghaftigkeit: „Ich kann nicht anders …“ oder „Ich MUSS einfach schreiben …“ sind typische Wendungen, die das starke emotionale Bedürfnis ausdrücken. In Kombination mit den oben beschriebenen Textstrukturen wird das mangelnde Gefühlsmanagement der Schreiber transparent.

 

Metaphern der Entwertung und Dämonisierung

Frequent finden sich dabei Krankheits- und Todes-Metaphern: Juden werden (den alten Sprachgebrauchsmustern folgend) als „das Krebsgeschwür auf unserer Welt!“, als „Eiterbeule“, „jüdische Pest“ oder „Bazillen“ charakterisiert. In Anlehnung an die Basis-Konzeptualisierung von Juden als „Mörder der Menschheit“ [IBD_001_05_Januar_2009], als „Totengräber“, „Todesbringer“ und „teuflische Unheilsbringer“ [ZJD_Gaza2009_005/816].

Die Konzeptualisierung, der zufolge Juden das Schlechte per se in der Welt seien, findet kontinuierlich ihren Ausdruck in allen Texten, unabhängig von der politisch-ideologischen Richtung der Verfasser:

„Juden sind das Übel der Menschheit und bedrohen den Weltfrieden.“ [ZJD_29.05.2007_Sch_002]

Die Projektion dieses Deutungsmusters auf den jüdischen Staat Israel findet besonders bei gebildeten und linken Schreibern statt:

„Israel ist das größte Übel, das die Menschheit je hervorgebracht hat.“ [IBD_03.06.2010_Spe_001]

 

Gewalt als Mittel der Läuterung oder Lösung

Zahlreiche Verwünschungen, Prophezeiungen und Drohungen werden mit religiösen bzw. pseudoreligiösen Überlegungen verknüpft:

„Ich wünsche den Politikern Ihres Landes unheilbare Krankheiten, die Sie in jahrelangem Dahinsiechen dahinraffen… Dafür bete ich Tag und Nacht.“ [IBD_10.04.2012_Ohi_001]

Darüber hinaus – auch dies in der langen Tradition judenfeindlicher Texte – wird insbesondere Gewalt als anzuwendendes und wünschenswertes Mittel der Läuterung oder Lösung gegen die angeblichen „Täter-Juden“ angeführt:

„Hoffentlich sterben noch viele Judenkinder-nur so lernt ihr Taeter.“ [ZJD_064_2009]

 

„Ich hoffe inständig, das Iran wirklich über die Atombombe verfügt und eurem verlogenem Treiben endgültig ein Ende bereitet.“ [ZJD_074_2009]

 

Emotion determiniert die Kognition: irrationale Welterklärungen und Widersprüche

Der Einfluss der intensiven Emotionalität (und des konzeptuell geschlossenen Weltbildes) auf kognitive und auf rationale Prozesse des Schreibens und Argumentierens wird in den zahlreichen Widersprüchen und Paradoxien deutlich, die auch die Argumentationsstrukturen der gebildeten Schreiber prägen: Dass die Aussagen (zum Teil in einem Satz) semantisch in Kollision zueinander stehen, wird den Schreibern entweder nicht bewusst oder sie nehmen es in Kauf, um ihr judeophobes Weltbild nicht infrage stellen zu müssen:

„Ein Menschenfreund der die Juden abgrundtief haßt!“ [ZJD_ Gaza2009_792/816_ano_001]

Besonders oft zeigt sich das Muster „X und Nicht-X“ bei der Kontrastierung von Fakt und Glaubensinhalt wie im folgenden Beispiel:

„Im ZDF furchtbarer Bericht über Ihre Gräueltaten…Aber bei uns ist ja jede Kritik an Israel verboten!“ [IBD_03.11.2011_Ben_001]

Der Schreiber will nicht wahrhaben, dass die Tatsache einer extrem kritischen Israel-Berichterstattung in den deutschen Medien mit seinem Klischee eines Kritiktabus kollidiert.

Die unplausiblen Argumentationsmuster folgen dem übergeordneten Prinzip einer globalen Kohärenz, die sich ausschließlich nach dem internen, dem subjektiven Weltdeutungsschema richtet. Ist die Realität als unanfechtbarer Fakt gegeben, lösen viele Antisemiten diesen Widerspruch durch eine Welt-Modell-Anpassung auf:

„Sie [= die Juden, MSF] arbeiten bewußt an der Zersetzung der Volksgeister und erstreben die Herrschaft über die Völker. Deshalb sind auch die Protokolle der Weisen von Zion – auch wenn es sich dabei um eine Fälschung handelt – authentische Zeugnisse des jüdischen Geistes.“ [Mahler, zit. n. BfV 2005: 12]

Welt-Erklärungen durch judeophobe Inferenzziehungen finden sich im Internet in allen Bereichen und sind geprägt durch Derealisierung und irrationale Kausalitätsfantasien: So kann man unter anderem zum Tod Uwe Barschels, zur Finanzkrise, zum German-Wings-Absturz, zu Tsunamis, zu Charlie Hebdo und vielen anderen Ereignissen Verschwörungsfantasien lesen, die den „Zionisten“, dem „Mossad“ oder den „jüdischen Drahtziehern“ jeweils die Schuld andichten. Dass dieses Phänomen keineswegs nur auf Extremisten und Randfiguren der Gesellschaft beschränkt ist, zeigt ein aktueller Diskurs zur Flüchtlingskrise 2015: In diesem Rahmen und zu den Gründen dieser Krise befand der Bürgermeister von Jena, Albrecht Schröter, unter anderem: „Deutschland … Es muss aus seiner vornehmen Zurückhaltung gegenüber Israel als Besatzerstaat heraustreten.“ Eine rationale oder pseudorationale, nachvollziehbare Beweisführung hierfür wurde nicht gegeben.

Auch hinsichtlich der emotionalen Befindlichkeiten vollziehen die Schreiber eine Form der Täter-Opfer-Umkehr, die kompatibel mit ihrem Weltsystem sind: Es kommt zu Schuldzuweisungen bei gleichzeitiger Schuldabwehr in Bezug auf den antisemitischen Hass.

„Ihr Verhalten erzeugt weltweit Abscheu und Hass auf Israel und alle, die es unterstuetzen.“ [ZJD_ Gaza09_Ung_001]

 

„Ihr allein seid an der ganzen Misere schuld.“ [IBD_2006_Postkarte]

 

„Deutschland trägt keine Schuld am Judenhass, den erzeugen Sie ganz alleine!“ [IBD_389_2014]

In dieser „Kausalität des Hasses“ sehen sich die Schreiber als Opfer, die intensive Gefühlsregungen erleben müssen, weil Juden und/oder Israelis als Täter diese erzeugen und ihnen aufdrängen. Entsprechend verläuft die Projektion der eigenen konzeptuellen Geschlossenheit:

„denn ich wünsche mir, daß Sie nicht so verstockt und verbohrt sind…“ [ZJD_27.07.2006_Stu_001]

Das Nichtwahrhabenwollen und die Projektion des eigenen Hasses auf („die hassenden“) Juden artikulieren sich in Äußerungen wie der folgenden:

„Ist in Ihrem Oberstübschen auch alles von Hass verseucht?“ [IBD_10.06.2006_Bre_001]

 

Leugnung und Umdeutung des eigenen Antisemitismus

Die eigenen radikalen und judenfeindlichen Gefühle (von Linken und gebildeten mittigen Schreibern stets als „Sorge“ und „Verantwortungsgefühl“ sowie „Kritik an Israel“ bezeichnet) werden als von Juden/Israelis erzeugt angesehen und im moralischen Bewertungssystem verankert:

„Mir ging es darum endlich mal gesagt zu haben, was gesagt werden muß.“ [ZJD_30.11.2006_Gel_001]

 

„Mein politisch-humanitärer Hintergrund veranlasst und zwingt mich geradezu … .“ [IBD_31.07.2006_ Sch_004]

Die antisemitischen Äußerungen – in der Weltsicht der Schreiber eine Notwendigkeit und Pflichterfüllung – stehen so im Kontext der Selbst-Legitimierung. Dabei ist die Leugnung der eigenen antisemitischen Einstellung bei linken, liberalen und mittigen Personen eklatant: Sie wehren den Verdacht durch Reklassifikation und Camouflage ihrer Sprachhandlungen als „legitime Kritik“ wie „Dies ist keine Hass-Mail, sondern … nur Kritik“ ab, folgen also dem „rationalen Hass (der „cold emotion“) und versuchen, sich permanent zu legitimieren („als besorgter Humanist“,

„als verantwortungsvoller Mensch“ usw.). Der massive Einsatz von Legitimierungs- und Rechtfertigungsstrategien (der bei Schreibern, die tatsächlich lediglich politische Kritik artikulieren, nicht zu beobachten ist), deutet daraufhin, dass diese Verfasser auf einer bewussten oder unbewussten Ebene das Gefühl ihrer Unrechtmäßigkeit oder zumindest eines Unbehagens angesichts der Verbalisierung judeophoben Gedankengutes haben, es aber auf keinen Fall zulassen wollen.

Trotz (hinreichend belegter) Kenntnis über die uralten judenfeindlichen Stereotype und Klischees wie Weltbeherrscher, rachsüchtige Unruhestifter, Kindermörder usw. werden genau diese Klischees (oft wortwörtlich wie in den bekannten antisemitischen Texten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts) in Bezug auf Israel artikuliert. Und obgleich jedem halbwegs gebildeten Menschen klar sein sollte, dass es sich bei solchen Äußerungen nicht um legitime politische Kritik, sondern um Verbal-Antisemitismen handelt, halten die (zum Teil hochgebildeten) Verfasser an ihrem Camouflage-Antisemitismus fest und reetikettieren diesen irrational und wider alle Fakten als „Kritik an Israel“. Die emotionale Dimension determiniert hier alle rationalen Prozesse. Bildungs- und Wissensbestände gehen im judeophoben Affekt verloren.

Das mangelnde Gefühlsmanagement wird auch durch die affektive Faktenabwehr und -umdeutung sowie Diskreditierung von Forscher(inne)n bzw. Forschungsergebnissen evident: Äußerungen wie „Sie verdrehen die Realität!“, „Ihre von Israel bezahlte Lobby-Arbeit“, „Ihre Lügen …“, „Ihre Auftragsarbeit“ und „Solche Ergebnisse nur durch Fälschung der Fakten möglich“ zeigen die kognitive Hilflosigkeit der Abwehrenden: Sie verfügen weder über schlagkräftige rationale Argumente noch über empirische Gegenevidenz – daher bleibt ihnen nur die Flucht in irrationale, affektiv gesteuerte „Erklärungen“. Um ihr judeophobes Weltbild und ihr Selbstkonzept als integre, nicht antisemitisch eingestellte Bürger(innen) aufrechterhalten zu können, deuten die Schreiber die Forschungsergebnisse, die dieses mentale Modell ins Wanken bringen würden, um und adaptieren sie als „Belege“ von „unlauteren, jüdisch oder israelisch gesteuerten Prozessen“, die dieses Modell dann wiederum bestätigen.

 

Rechts, links, Mitte: semantische Homogenität und ideologiekompatible Differenzen

Vergleicht man die Texte von rechten, rechtsextremen, linken, linksextremen und mittigen Schreibern, fällt durchweg auf, dass diese mehr Ähnlichkeiten als Differenzen aufweisen (siehe hierzu Schwarz-Friesel 2015b und c): Die Äußerungen basieren auf einem Stereotypen-System und der Basis-Konzeptualisierung von Juden (oder projiziert auf Israel) als „Übel der Welt“, sie erheben einen absoluten Wahrheitsanspruch und zeichnen sich durch konzeptuelle Geschlossenheit, affektive (pseudorationale) Faktenabwehr (Falsifizierungsresistenz) sowie die Reproduktion epochenübergreifender Sprachgebrauchsmuster aus.

Es zeigen sich aber deutliche Unterschiede hinsichtlich der Einbindung von Ideologiefragmenten, die als Versatzstücke in der Lexik der Texte prägnant sind: Zwar benutzen sowohl linke als auch rechte Schreiber gleichermaßen viel und inflationär NS- Vergleiche („israelische   SS-Methoden“, „Juden-Nazis“, Hitler-Israel“), doch die Integration von NS-Vokabular erfolgt ideologieausgerichtet: So verwenden Rechtsextreme Vokabeln wie „Arier“, „Rasse“, „Führer“, „Untermenschen“ in klarer Identifikation mit der NS-Ideologie, während linke Schreiber ihre NS-Vergleiche mit Konstruktionen wie „zionistischer Faschismus“, „kapitalistisches Unterdrückersystem“, „imperialistischer Zionismus“ innerhalb der linken Ideologie kontextualisieren und deutlich in Distinktion zur NS-Ideologie gehen. Zugleich zielen die NS-Vergleiche auf eine Projektion naziäquivalenter Eigenschaften auf den jüdischen Staat Israel. Auffällig sind auch die Unterschiede bei der Hass-Bewältigung und -Kodierung.

 

Ichsyntoner und ichdystoner Hass

Für rechte und rechtsextreme Antisemiten ist der Judenhass berechtigt, normal, selbstverständlich, gehört zu ihrem Weltbild und Selbstverständnis. Hass auf Juden wird als ichzugehörig empfunden und ist ein Identifikationselement. Es gibt keinerlei Anzeichen für Zweifel- oder Schuldgefühle diesbezüglich:

„Ihr widerlicher Unrat, wir werden die Gaskammern wieder öffnen“ [IBB_2014_1278]

Ihr Hass ist ichsynton. Daher benutzen diese Schreiber auch keine Legitimations-, Camouflage- und Leugnungsstrategien. Ihr Antisemitismus ist eingebettet in ein allgemein rassistisches und fremdenfeindliches, xenophobisches Deutungs- und Gefühlssystem.

Linke dagegen unternehmen alles, um die antisemitischen Inhalte ihrer Verbal-Antisemitismen umzudeuten: Sie berufen sich ostentativ auf ihre antirassistische Haltung und bestehen darauf, Anti-Antisemiten zu sein, wobei die – enge, faktisch nicht korrekte – Definition von „Antisemitismus als Rassismus“ in den Fokus gerückt wird. Der intensive Einsatz argumentativer Strategien und Gefühlsprojektionen weist auf einen enormen Legitimierungs- und Rechtfertigungszwang hin. Der eher (pseudo-)rational, nicht affektiv kodierte Hass ist ichdyston, wird als befremdlich empfunden:

„Eine dermaßen intensive Abneigung sollte ich wohl nicht empfinden …“ [ZJD_Gaza_945]

 

Fazit

„Der Hass bahnt sich mit dem durch nichts zu erschütternden Gleichmut eines Bulldozers seinen Weg, ohne sich um Einwände zu kümmern, die aus seiner Sicht nur die Feindseligkeit der Gegner bezeugen: … Versucht man, ihn einzudämmen, gerät er erst recht in Rage. Eine so hermetische Leidenschaft, die einem geschlossenen Raum ohne Tür und Fenster gleicht, hat für das Realitätsprinzip nur Verachtung übrig. Fakten zählen nicht oder werden willkürlich interpretiert. Stößt der Hass auf den geringsten Widerstand, zimmert er sich sogleich eine Verschwörungstheorie zurecht, die ihm den Vorwand liefert, noch heftiger zurückzuschlagen.“ (Glucksmann 2005: 83)

 

 

DIE AUTORIN

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel ist Kognitionswissenschaftlerin und Antisemitismusforscherin. Sie leitet an der TU Berlin als Universitätsprofessorin das FG Allgemeine Linguistik. Seit 2014 Leitung des DFG-Projekts „Verbal-Antisemitismus im World Wide Web“. Publikationen zum Thema:

Aktueller Antisemitismus – ein Phänomen der Mitte (Hrsg. mit J. Reinharz/E. Friesel, 2010),

Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, 2013 (mit J. Reinharz),

Gebildeter Antisemitismus (Hrsg., 2015);

 

 

QUELLEN

Claussen, Detlev, 2011. Ist der Antisemitismus eine Ideologie? Einige erklärende Bemerkungen. In: Globisch, Claudia u. a. (Hrsg.), 2011. Die Dynamik der europäischen Rechten. Geschichte, Kontinuitäten und Wandel. Springer, 175–185.

Friesel, Evyatar, 2013. Juden-Hass gestern und heute: Ein historischer Blick auf 130 Jahre judeophobische Feindseligkeit. In: Meibauer, J., Hrsg.), Hassrede/Hate Spech. Interdisziplinäre Beiträge zu einer aktuellen Diskussion. Gießener Elektronische Bibliothek 2013, 17–27.

Glucksmann, André, 2005. Hass. Die Rückkehr einer elementaren Gewalt. München, Wien: Nagel & Kimche im Carl Hanser Verlag. (frz. Fassung 2004: Le discourse de la haine. Paris: Edition Plon).

Graumann, Carl F., 1998. Verbal discrimination: a new chapter in the social psychology of aggression. In: Journal for the Theory of Social Behavior, Vol. 28, No.1, 41–61.

Haubl, Rolf/Caysa, V, 2007. Hass und Gewaltbereitschaft. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Hegener, Wolfgang, 2004. Erlösung durch Vernichtung. Psychoanalytische Studien zum christlichen Antisemitismus. Psychosozial.

Hegener, Wolfgang, 2006. Antisemitismus – Judentum – Psychoanalyse. Einleitung. In: Hegener, Wolfgang (ed.), 2006. Das unmögliche Erbe. Antisemitismus, Judentum, Psychoanalyse. Gießen: Pychosozial-Verlag, 7–22.

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Schaefer, A. et al., 2003. Neural correlates of “hot” and “cold” emotional processing: a multilevel approach to the functional anatomy of emotion. Neuroimage Vol. 18, No. 4, 938–49.

SCHWARZ-FRIESEL, Monika, 2013a. „Dies ist kein Hassbrief – sondern meine eigene Meinung über Euch!“ – Zur kognitiven und emotionalen Basis der aktuellen antisemitischen Hass-Rede. In: Meibauer, J., Hrsg., Hassrede/Hate Speach. Interdisziplinäre Beiträge zu einer aktuellen Diskussion. Gießener Elektronische Bibliothek 2013, 143–164.

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SCHWARZ-FRIESEL, Monika, 2015b. Aktueller Antisemitismus: konzeptuelle und verbale Charakteristika. Bundeszentrale für politische Bildung. Auf: www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/211516/aktueller-antisemitis-mus

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