Von Thomas Mücke, Niklas von Reischach, Johanna West (Violence Prevention Network)
Abstract
Radikalisierung und Gewaltbereitschaft in rechtsextremen und islamistischen Szenen stellen eine direkte Bedrohung der öffentlichen Sicherheit und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland dar. Eine alleinige staatliche Intervention durch Strafverfolgung oder Überwachung ist unzureichend, um langfristige Distanzierung von extremistischen Szenen zu gewährleisten.
Deutschland verfügt über ein international einzigartiges Kooperationsmodell: zivilgesellschaftliche Expertise wird mit staatlicher Sicherheitspraxis systematisch verknüpft. Beratende der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit bieten authentische sowie niedrigschwellige Zugänge und bauen stabile Arbeitsbeziehungen zu Klient*innen auf. Sicherheitsbehörden sorgen für rechtsstaatliche Maßnahmen, Gefährdungseinschätzung und Zugang zu gefahrenrelevanten Personen. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht frühzeitige Erkennung von Risiken, gezielte Interventionen und nachhaltige Ausstiege – wodurch langfristig Straftaten verhindert, soziale (Re-)Integration ermöglicht und gesellschaftliche Ressourcen effizient eingesetzt werden.
Das vorliegende Policy Paper plädiert für den Erhalt und weiteren Ausbau von Kooperationsstrukturen zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteur*innen in der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit. Es verdeutlicht die Chancen kooperativer Ansätze, benennt Gelingensbedingungen für eine funktionierende Zusammenarbeit und formuliert Handlungsempfehlungen für Präventionsakteur*innen und politische Entscheidungsträger*innen. Insbesondere bei der Arbeit mit nicht intrinsisch motivierten, gefahrenrelevanten Extremist*innen gilt es, auf bereits bestehenden erfolgreichen Multi-Agency-Formaten und Verfahrenswegen aufzubauen und tragfähige Strukturen zu transferieren.
Das vollständige Policy Paper können Sie hier runterladen.
